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Topartikel Senioren; Arbeitsgemeinschaft 60 plus :

Alfred Steinhoff Vorsitzender AG SPD 60 plus

Liebe Besucher dieser Internetseiten der SPD AG 60 plus in Essen, wir freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben. Auf folgenden Seiten wollen wir Sie ein wenig über uns und unsere Arbeit informieren. Wir als AG 60 plus nehmen Kontakt zu allen demokratischen gesellschaftlichen Gruppen auf,die sich um die Belange der älteren Generation kümmern.

Mit freundlichen Grüßen,

Alfred Steinhoff 
Vorsitzender

Veröffentlicht am 27.05.2014

Die Revitalisierung der gesetzlichen Rente – dieses Ziel verfolgt der Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD. Darüber, wie der Lebensstandard im Alter gesichert werden kann, berät die AfA ab Freitag auf einer Bundeskonferenz in Duisburg.

Unsere Altervorsorge fällt in sich zusammen. Das beschäftigt derzeit aber nicht nur die Generation, die bereits in Rente ist. Der SPD-Politiker Klaus Barthel macht die Erfahrung, dass die Sorge um ihre finanzielle Absicherung vielmehr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mittleren Alters umtreibt.

Gesetzliche statt private Rente fördern

Im Vorfeld zur Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), die am Freitag unter dem Motto „Mensch 4.0 – Gerechtigkeit und gute Arbeit“ startet, erklärt der AfA-Bundesvorsitzende, dass das Thema Rentenpolitik ein Schwerpunkt des dreitätigen Treffens in Duisburg sein wird.

Barthel beginnt mit einer Kritik an der Riester-Rente, die er für gescheitert hält, weil sie die Bezieher niedriger Einkommen nicht wie gewünscht erreicht habe. Drei Milliarden Euro zahle der Staat jährlich an Zuschüssen in diese private Altervorsorge, davon profitieren würden aber die Besserverdienenden. Die Geringverdiener „riestern“ nicht, erklärt der Bundestagsabgeordnete und plädiert dafür, die Riester-Rente bei Bestandsschutz „auslaufen zu lassen“. Das sei sinnvoller, als noch mehr Geld anzusparen, um die Lücke auszugleichen, die durch das niedrige Zinsniveau gerissen werde. Barthel: „Dieser Weg der Kapitaldeckung führt in eine Sackgasse.“ 

Die Weichen müssten anders gestellt werden, fordert Barthel. Es müsse wieder Ziel sozialdemokratischer Rentenpolitik sein, die umlagefinanzierte, staatliche Rente zur Hauptsäule der Alterssicherung zu machen. „Wir müssen mindestens 50 Prozent Netto-Rentenniveau garantieren.“ Wie das zu erreichen ist?

Riester-Rente auslaufen lassen

Statt in die Riester-Rente sollte in die gesetzliche Rentenversicherung investiert werden, schlägt Barthel vor. Die Mütterrente müsste aus Steuermitteln finanziert und schrittweise eine Demografiereserve aufgebaut werden, wie es das Konzept „Solidarische Rente“ vorsieht, das der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bereits 2012 vorgelegt habe. In diesem Konzept zeige der DGB auf, wie das heutige Rentenniveau auch dann gesichert werden könne, wenn der Rentenbeitrag, wie gesetzlich vorgesehen, auf 22 Prozent im Jahr 2030 begrenzt werde, erklärt Barthel.

Weiterhin unterstützt Barthel ausdrücklich die Sicherung der Betriebsrenten und spricht sich für den Umbau in eine Erwerbstätigenversicherung für alle aus. Es wäre schon aus Gerechtigkeitsgründen sinnvoll, Selbständige und Beamte in die Versicherung mit einzubeziehen, sagt Barthel.

Zur AfA-Bundeskonferenz wird neben SPD-Generalssekretärin Katarina Barley auch DGB-Chef Reiner Hoffmann erwartet. Der Antrag zur Reform der gesetzlichen Rente soll auf dem SPD-Parteikonvent im Juni diskutiert werden, um dann den Weg in ein künftiges Wahlprogramm zu finden, so das erklärte Ziel. Weitere Diskussionen werden sich mit den Aspekten Arbeitszeit, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Mitbestimmung und Qualifizierung beschäftigen.

 
 

Veröffentlicht am 27.04.2016

Sie sollen dem Rechtsextremismus ein „menschliches Antlitz“ verleihen und rechtes Gedankengut in der Gesellschaft „normalisieren“. Die Rolle weiblicher Neonazis wird oft unterschätzt: Hinter ihrer freundlichen Fassade verbirgt sich meist der blanke Hass.

Antje Vogt steht auf der Wiese und schaut über die Büsche in Richtung Sandkasten. Es brauche einen Warnhinweis vor dem Kinderspielplatz, fordert sie. Ein Schild wie: „Bitte nicht mit Fahrradhelm auf die Rutsche klettern. Verletzungsgefahr!“ Das Wohl der Kinder liege ihr sehr am Herzen, beteuert die junge Mutter, ebenso die Belange der Familien. Als ihre Heimatgemeinde Mihla in Thüringen ein paar tausend Euro für die Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie ausgeben will, stimmt die Stadträtin Antje Vogt allerdings dagegen. Der Grund: Sie ist Mitglied der NPD, sie ist eine rechtsextreme Frau.

Nazi-Frauen: „unauffällig“ und „liebevoll“

Für die WDR-Doku „Weiblich, sexy, rechtsextrem“ hat die Filmemacherin Caterina Woj viele rechte Frauen wie Antje Vogt getroffen. Der Film zeigt, wie die Rechtsextremistinnen die demokratische Alltagskultur in der deutschen Provinz unterwandern. Sie geben sich harmlos und bürgerlich – und doch stehen sie für eine Ideologie der Menschenverachtung.

Zum Beispiel die Erzieherin Antje Probst, die lange in einem Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt tätig war. Dass sie gleichzeitig als Mitbegründerin des inzwischen verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“ auftrat, fiel niemandem auf. Oder Sigrid Schüßler, die sich aufgeschlossen modern gibt und im Fetisch-Outfit für einen Erotik-Kalender posiert. Zugleich hetzt sie gegen Homosexuelle und ist voll des Lobs für Adolf Hitler.

Kinder, die „Landser“-Lieder singen

Heidi Benneckenstein hat die Nazi-Ideologie gewissermaßen mit der Muttermilch aufgesogen. Ihre Eltern haben sie „völkisch“ erzogen, sagt sie. Zeltlager der HDJ (Heimattreue Deutsche Jugend) gehörten für sie als Kind zum Alltag. Lebensweisen wie im Nationalsozialismus wurden ihr dort vermittelt, erinnert sie sich. Dort habe sie Achtjährige getroffen, die zwar kein normales Gespräch führen konnten, aber Lieder der Neonazi-Band „Landser“ auswendig kannten.

Inzwischen ist die junge Frau ausgestiegen aus der Nazi-Parallelgesellschaft. Die einzige in ihrem Umfeld, die diesen Schritt gewagt habe, sagt sie. Viele der ehemaligen HDJ-Kinder spielten heute in der rechten Szene eine wichtige Rolle. Das Ziel der Neonazis sei, ihre Ideologie mithilfe der Frauen salonfähig zu machen, erzählt Benneckenstein. Dafür mimten viele die „nette Mutter von nebenan“ – rechte „Ökos“ mit Kinderwagen und Luftballons. „Muttimasche“ wird das in dem Dokumentarfilm genannt.

Die Rolle der Frauen wird „fahrlässig unterschätzt“

Bei der Vorstellung des Films am Dienstag beim Berliner Verein „Gesicht zeigen!“ erklärt Esther Lehnert von der Alice-Salomon-Hochschule, die Frauen in der Naziszene seien lange unterschätzt worden. Die Rechtsextremismus-Expertin fordert, Frauen „nicht auszuklammern aus der Verantwortung“, wenn sie sich im Elternbeirat oder beim Kita-Sommerfest rassistisch äußerten. Jeder müsse in solchen Fällen Selbstreflexion und Haltung beweisen.

In der Jugendarbeit müsse auf junge Frauen und Mädchen besonders geachtet werden. Wenn Kinder in der Kita Hakenkreuze malten und nichts von ihrem Wochenende erzählen wollten, dürfe nicht weggesehen werden, fordert Lehnert. Schulen und Kitas seien für die Kinder der Neonazis oft der erste Kontakt mit demokratischer Kultur. In den Bildungseinrichtungen dürfe es „kein Verständnis“ für menschenfeindliche Äußerungen geben. Wenn die Kitas alle Facetten der Einwanderungsgesellschaft abbildeten, sei dies die „beste Prävention“ gegen rechte Gewalt.

Doku online

Um den Dokumentarfilm „Weiblich, sexy, rechtsextrem“ von Caterina Woj in der ARD-Mediathek zu sehen, klicken Sie hier.

Veröffentlicht am 15.03.2016

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