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Gewalt gegen Frauen:Weil sie auch Teil deutscher Gesellschaft ist- :

Bundespolitik

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) verurteilt die Übergriffe gegen Frauen, die in der Silvesternacht stattgefunden haben, aufs Schärfste. Doch wer die Vorfälle von Köln dazu nutze, gegen Ausländer und Flüchtlinge zu hetzen, mache das Grundproblem kleiner als es ist, sagt Elke Ferner.

Die sexuellen Übergriffe gegen Frauen, die in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten stattgefunden haben, sind abscheulich und nicht hinnehmbar. Die Täter müssen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden, ohne Ansehen der Herkunft oder der Religionszugehörigkeit. Sexuelle Gewalt ist kein Kavaliersdelikt sondern eine Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Wer die Vorfälle von Köln dazu nutzt, gegen Ausländer und Flüchtlinge zu hetzen, macht das Grundproblem kleiner als es ist. Gewalt gegen Frauen findet täglich und überall statt: Ob zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit und im Internet. Ob als anzügliche Witze, sexistische Sprüche, übergriffiges Auftreten, häusliche Gewalt oder Vergewaltigung.

Gewalt gegen Frauen wird nicht "importiert"

Studien belegen, dass 35 Prozent aller in Deutschland lebenden Frauen körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren haben. 60 Prozent der Frauen berichten von sexuellen Belästigungen wie obszönen Berührungen. Die meisten Fälle von Gewalt an Frauen finden dabei im persönlichen Umfeld, etwa durch den eigenen Partner, Familienangehörige oder Kollegen, statt.

 

 

 

Gewalt gegen Frauen kennt keine Kategorien: Sie findet in allen sozialen Milieus mit unterschiedlichsten Bildungsniveaus und kulturellen Hintergründen statt. Es ist eben kein Phänomen, das Menschen anderer Herkunft oder Religion nach Deutschland „importieren“. Es ist leider auch Teil der deutschen Gesellschaft.

An den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht ist besonders erschreckend, in welch großer Dimension hier gegen Frauen vorgegangen wurde. Es zeigt in tragischer Weise, worauf Frauenverbände schon seit Langem aufmerksam machen: Sexuelle Gewalt gegen Frauen muss ernst genommen werden.

Täter müssen Verhalten ändern

Frauen sind die Opfer – nicht sie müssen ihr Verhalten ändern sondern die Täter. Wir brauchen ein entschiedenes Auftreten der gesamten Gesellschaft gegen Gewalt an Frauen. Das fängt in der Schule und im Kindergarten an. Wir müssen Mädchen darin stärken, ihre Ansichten zu vertreten und ihre Freiheiten einzufordern. Jungen müssen wir von klein auf beibringen, Frauen und Mädchen zu respektieren. Rollenstereotype müssen durch eine geschlechtersensible Erziehung und Bildung aufgebrochen werden.

Wir brauchen Respekt vor Frauen in der Wirtschaft und in der Politik. Äußerungen wie die der CSU, dass mehr Frauen in Führungspositionen eine Belastung für die Wirtschaft seien, bereitet den Nährboden für Sexismus und Gewalt gegen Frauen.

Reform des Strafrechts gefordert

Die bestehenden Schutzlücken im Strafrecht müssen endlich geschlossen werden. Wir brauchen eine umfassende Reform des Sexualstrafrechts, die den Willen der Opfer in den Mittelpunkt stellt. Damit ein Nein auch in Deutschland endlich Nein bedeutet! Auch die Medien müssen ihren Beitrag zu einem respektvollen Umgang mit Frauen leisten und endlich aufhören, Frauen nur auf ihr Äußeres und ihre Sexualität reduzieren. Die Medien müssen ihren Einfluss nutzen, um alte Geschlechterstereotype zu überwinden.

Und jede und jeder einzelne von uns – Frauen wie Männer – müssen jeglicher Gewalt gegen Frauen entschieden entgegentreten. Wir dürfen sexistische Sprüche und übergriffiges Verhalten nicht einfach tolerieren. Wir brauchen endlich eine Kultur des Respekts gegenüber Frauen.

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